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Antibiotikum zur Borreliose-Vorbeugung  
  Die einmalige Einnahme eines einfachen Antibiotikums schützt zu einem hohen Prozentsatz gegen eine Borreliose-Infektion nach einem Zeckenbiss. So die Ergebnisse einer US-Studie.  
Die Resultate der Studie, die US-Wissenschaftler im Raum New York durchführten, wurden vom "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.
->   New England Journal of Medicine
482 Probanden mit Zeckenbiss
Dr. Robert B. Nadelman und die Angehörigen der US-"Zeckenstich-Studiengruppe" nahmen insgesamt 482 Menschen in ihre Studie auf, die binnen 72 Stunden nach einem Zeckenbiss zum Arzt bzw. in eine Ambulanz gekommen waren, um sich einen Zecken entfernen zu lassen.
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Borreliose
Die Borreliose, in der Fachsprache auch als "Lyme disase" bezeichnet, ist eine so genannte Multisystemerkrankung, alle Organe des Körpers können befallen sein. Ausgelöst wird sie durch ein Bakterium (Borrelia burgdorferi, nach seinem Entdecker Willy Burgdorfer), das durch einen Zeckenbiss auf den Menschen übertragen werden kann. Die Diagnose ist schwierig, da die ersten Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel) zumeist relativ unspezifisch sind und z.T. auf völlig andere Erkrankungen hinweisen. Der Krankheitsverlauf wird in Stadien eingeteilt, zwischen denen lange, völlig beschwerdefreie Zeiträume liegen können.
->   Mehr Informationen zu Borreliose
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Antibiotikum und Scheinmedikament
235 Personen bekamen daraufhin ein Mal 200 Milligramm des Antibiotikums Doxycyclin, 247 Betroffene hingegen ein Scheinmedikament.

Für die Auswertung wurde dann das Auftauchen einer ringförmigen Rötung der Haut um den Zeckenbiss als Kriterium für eine Infektion verwendet. Dieses Erythema migrans ist noch am typischsten unter den Frühzeichen einer Borreliose.
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Erythema migrans
Erythema chronicum migrans oder Erythema migrans; Hautrötung, die sich Tage bis etwa 10 Wochen nach dem Zeckenstich um die Einstichstelle bildet. Sie breitet sich langsam kreisförmig aus und kann auch an anderen Körperstellen auftreten, daher auch Wanderröte genannt. Im weiteren Verlauf verblasst das Erythem von der Mitte aus, so dass es anfangs als scheibenförmige, später als ringförmige Rötung zu sehen ist. Dieses Symptom gilt als sicheres Zeichen einer Borrelioseinfektion, es entwickelt sich jedoch nur in etwa 50 Prozent der Fälle.
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Schutzeffekt: 87 Prozent
Während unter den 235 Patienten, die das echte Medikament erhalten hatten, nur 0,4 Prozent (ein Fall) Zeichen einer Infektion entwickelten, waren es unter den Personen, die das Scheinmedikament erhalten hatten, 3,2 Prozent. Somit betrug der Schutzeffekt 87 Prozent.

(APA)
 
 
 
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01.01.2010