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Vereinte Nationen warnen vor weltweiter Wasserkrise  
  Die Welt steuert nach Einschätzung der Vereinten Nationen auf eine dramatische Wasserkrise zu. Mitte des Jahrhunderts haben demnach im schlimmsten Fall sieben Milliarden Menschen, im günstigsten Fall zwei Milliarden mit Wasserknappheit zu kämpfen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Die weltweite Wasserkrise sei die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit, lautet die eindringliche Warnung dieses ersten Welt-Wasser-Berichts der Vereinten Nationen.  
Gefordert wird vor allem ein wirksamerer politischer Schutz der Wasserreserven. Angesichts der "Untätigkeit der Politik" werde in zahllosen Regionen dieser Welt das Trinkwasser "in bisher ungeahnten Ausmaßen" knapp, so der Welt-Wasser-Bericht.
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Der erste Welt-Wasser-Bericht der Vereinten Nationen
Insgesamt 23 Organisationen der Vereinten Nationen und Sekretariate von UN-Übereinkommen sowie andere, mit Süßwasserthemen befasste Stellen haben gemeinsam einen "Weltwasserentwicklungsbericht" erstellt, der einen globalen Überblick über die Situation der Süßwasservorkommen auf der Welt bieten soll.

Die Kernthemen des Berichts sowie sieben Pilotfallstudien werden in einer auch auf Deutsch abrufbaren Zusammenfassung vorgestellt. Der gesamte Bericht kann - nach der Veröffentlichung Ende März 3002 - unter dem Titel "Water for People, Water for Life - UN World Water Developement Report (WWDR)" bei der UNO-Verlag GmbH, Bonn bestellt werden.
->   Die Zusammenfassung auf Deutsch (pdf-Dokument)
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"Wichtigstes Element unseres Überlebens"
"Unter allen Krisen der Menschheit betrifft die Wasser-Krise das wichtigste Element unseres Überlebens", sagte der UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura.
Industriestaaten kontra Entwicklungsländer
Während in den reichen Industriestaaten Wasser verschwendet wird, bringt das Bevölkerungswachstum in den trockenen Gebieten der Erde - im Nahen Osten, in Nordafrika und Südasien - akute Wasserknappheit mit sich.

Eine einzige Toilettenspülung in den Industrieländern verbraucht dem Bericht zufolge so viel Wasser, wie eine Person in einem Entwicklungsland pro Tag für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung hat.
Abwasserentsorgung als Problem
40 Prozent der Weltbevölkerung verfügen nicht über eine adäquate Abwasserentsorgung. Täglich sterben 6.000 Kinder an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden, heißt es.

Verschmutztes Trinkwasser und mangelhafte Abwasserentsorgung sind die Ursache für 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern.

1,1 Milliarden Menschen, etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. In den Entwicklungsländern versickern 90 Prozent der Abwässer ungeklärt oder werden in Flüsse abgeleitet.
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Wassergüte: Österreich an 18. Stelle weltweit
Der Weltwasserbericht hat auch eine "Rangliste" der Wasserqualität von 122 Ländern erstellt, welche die aktuelle Wasserqualität sowie die Fähigkeit und den Willen zur Verbesserung der Situation berücksichtigt: Österreich belegt darauf den 18. Platz. Das weltweit beste Wasser hat dem UNO-Index zufolge Finnland gefolgt von Kanada, Neuseeland und Großbritannien. Belgien liegt auf dem letzten Platz - noch hinter Marokko, Indien und Jordanien.
->   Mehr dazu in österreich.ORF.at
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Nur 2,53 Prozent sind Süßwasser
In diesem Jahr wird das Dritte Welt-Wasser-Forum in Japan stattfinden. 2003 wurde zudem zum offiziellen Jahr des Süßwassers erklärt.

Wie der Bericht ausführt, ist Wasser zwar die am häufigsten vorkommende Substanz auf der Erde - doch von dem vorhandenen Volumen sind nur 2,53 Prozent Süßwasser, 97,47 Prozent dagegen Salzwasser.
Verfügbarkeit von Wasser: Riesige Unterschiede
 
Grafik: APA / Quelle: UNESCO

Weltkarte eingefärbt nach erneuerbaren Wasserreserven

Ein Vergleich der Verfügbarkeit von Wasser mit der Bevölkerung macht die kontinentalen Unterschiede deutlich - und zeigt insbesondere die Belastung, der der asiatische Kontinent ausgesetzt ist: Dort lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, verfügbar sind aber nur 36 Prozent der Wasserressourcen.
"Krise des Wassermanagements" als Ursache
"Diese Krise ist eine Krise des Wassermanagements, verursacht im Wesentlichen durch unsere falsche Bewirtschaftung von Wasser", heißt es im Welt-Wasser-Bericht. "In Wahrheit sind es Einstellungs- und Verhaltensprobleme, die den Kern der Krise ausmachen."

Für die UNESCO steht die Lösung der Wasserkrise mit ihren vielen Aspekten folgerichtig nicht alleine. Sie sei vielmehr nur eine von vielen Aufgaben der Menschheit. Übergeordnet sind Themen bzw. Ansätze wie die Beseitigung der Armut oder die Veränderung nicht nachhaltiger Konsumgewohnheiten.
Wasserkrise als größte Bedrohung der Menschheit
Dennoch ist den UN-Experten zufolge gerade das Wasser ein Kernthema. Denn: "Von allen Krisen hinsichtlich der sozialen und natürlichen Ressourcen, mit denen wir Menschen konfrontiert sind, ist die Wasserkrise diejenige, die unser Überleben und das unseres Planeten Erde am meisten bedroht."
->   UNESCO
->   Alle Informationen der UNESCO zum Welt-Wasser-Bericht
->   Alles zum Stichwort Wasser in science.ORF.at
 
 
 
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