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Rauchen: Österreich als negatives Beispiel  
  Mehr Qualm, mehr Krankheit, mehr "Tabak-Leid": Laut der Initiative "Ärzte gegen Raucherschäden" verschlechtert sich die heimische Situation beim Rauchen. Insgesamt rauchen rund 38 Prozent der Österreicher.  
Mittlerweile greifen schon 30 Prozent der 15-jährigen Burschen und 36 Prozent der Mädchen in dieser Altersgruppe zum Glimmstängel, erklärten Fachleute am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.
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Bei Kindern und Jugendlichen international an der Spitze
"40,7 Prozent der Männer und 32,1 Prozent der Frauen rauchen in Österreich länger als 15 Jahre. In einer Vergleichsuntersuchung vor einigen Jahren waren es 36,2 Prozent der Männer und 20,8 Prozent der Frauen. Insgesamt rauchen 37,8 Prozent der Österreicher. Bei den Kindern und Jugendlichen sind wir mit unseren Werten international an der Spitze", erklärte der Vorsitzende der Initiative, der Linzer Lungenspezialist Kurt Aigner (Krankenhaus der Elisabethinen/Linz).
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Vor allem Frauen rauchen immer mehr
Regelmäßig zur Zigarette greifen schon 20 Prozent der 15-jährigen Burschen und 26 Prozent der 15-jährigen Mädchen. Hinzu kommen noch jene, die zumindest ein Mal in der Woche dem Glimmstängel frönen.

Vor allem der Umstand, dass speziell Frauen immer mehr Zigaretten rauchen, schlägt sich bereits in den Todesstatistiken nieder. Aigner: "Die Lungenkrebssterblichkeit ist zwar um zehn Prozent zurück gegangen. Bei den Frauen hat sie sich aber seit 1988 um 47 Prozent erhöht, während sie sich bei den Männern um 20 Prozent reduziert."
Gegen Qualm an Arbeitsplatz und Lokalen
Der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger will vor allem dem Qualm an den Arbeitsstätten und in Lokalen etc. den Kampf ansagen: "Erfolge sind hier nur über rauchfreie Betriebe zu erwarten. Ich bin auch für ein Rauchverbot in Discos und Bars."

Wie sehr in Österreich die Luft für Nichtraucher verqualmt ist, zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung, an der auch Neubergers Team mitgearbeitet hat. In Discos/Bars, Restaurants, Spitälern, Schulen und Universitäten waren in sieben EU-Ländern 527 Nikotin-Konzentrationsproben genommen worden.
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Österreich erreicht Spitzenwerte in allen Kategorien
"Schlechte Luft" mit den Spitzenwerten nahm hier Österreich in allen genannten Kategorien ein. So wurden in Discos/Bars durchschnittlich 154,4 Mikrogramm Nikotin pro Kubikmeter Luft gemessen, in Italien waren es beispielsweise 26,8 Mikrogramm. In Restaurants lagen die Durchschnittswerte in Österreich bei 29,8 Mikrogramm Nikotin pro Kubikmeter, in Griechenland beispielsweise bei 4,6 Mikrogramm. In den Spitälern wurden in Österreich durchschnittlich 12,2 Mikrogramm gemessen, in Italien hingegen 0,7 Mikrogramm.
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Umfrage: Erfolgreiche Anti-Raucher-Seminare
Der Umwelthygieniker hat allerdings auch eine Umfrage unter 537 Absolventen von "Allen Carr's Easyway" Anti-Rauch-Seminaren (Wiederholung nach drei und zwölf Monaten) ausgewertet.

Das laut Neuberger "sensationelle" Resultat: Nach zwölf Monaten waren noch 53,3 Prozent Zigaretten-abstinent. Dabei dauert ein solches 300 Euro teures Seminar nur sechs Stunden.

In der internationalen wissenschaftlichen Literatur liegt die Ein-Jahres-Erfolgsrate einer Anti-Rauch-Behandlung - mit Gruppenseminar und Nikotin-Ersatztherapie - bei 25 Prozent. Intensivbetreuung und Ersatztherapie bringen es auf 35 Prozent.
Ausgehen besonders problematisch für Ex-Raucher
Am schwersten tun sich Ex-Raucher langfristig, wenn sie sich in Gesellschaft von Rauchern aufhalten (müssen). Das ist vor allem beim Ausgehen der Fall. Dann folgt der Alkoholkonsum als weiterer großer "Neu-Verführer".
->   Initiative "Ärzte gegen Raucherschäden"
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