News
Neues aus der Welt der Wissenschaft
 
ORF ON Science :  News :  Medizin und Gesundheit 
 
Multiorganversagen: Ausfall lebenswichtiger Organe  
  Der menschliche Körper ist auf das Zusammenspiel aller Organe angewiesen. Kommt es zum Ausfall eines einzelnen, können in Folge alle lebenswichtigen Organe betroffen sein - dies bezeichnen Mediziner als "Multiorganversagen".  
Der menschliche Körper sei auf das Zusammenspiel der Organe "angewiesen wie ein Orchester", erklärte der Vorstand der Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Wiener AKH, Michael Zimpfer.

Das "Multiorganversagen", also der Ausfall der lebenswichtigen Organe, ist demnach die Folge des Versagens eines einzelnen.
Überlebenschance bei rund 50 Prozent
Abhängig von der Ursache liege die Überlebenschance bei 50 Prozent. "Kommt eine Infektion dazu sinkt diese Rate rapide. Je mehr dazu kommt, desto schwieriger wird es", so Zimpfer weiter.

Sollte das Gehirn oder die Leber ausfallen, ist diese Funktion nicht ersetzbar, sagte der Experte: "Der Hirntod ist immer mit schwersten Störungen aller Organe verbunden." Lunge, Niere oder Herz könnten durch Maschinen unterschiedlich gut ersetzt werden.
"Künstlicher Tiefschlaf" zur Erholung des Gehirns
Der "künstliche Tiefschlaf" wiederum kommt bei Patienten mit Hirnschädigungen zur Anwendung, um die nicht in Mitleidenschaft gezogenen Gegenden bei der Erholung zu unterstützen, so Michael Zimpfer weiter.

Dazu werde die Körpertemperatur abgesenkt und der Gehirnstoffwechsel reduziert. Daneben gebe es den künstlichen Tiefschlaf bei Unfällen, der der Reduzierung der Schmerzen und der psychischen Entlastung diene.
Energiebedarf des Hirns wird gesenkt
Kommt es zu Schädigungen des Gehirns, sind die toten Regionen unwiederbringlich verloren, erklärte Zimpfer.

"Die Hungerleider", also jene Gegenden, die noch funktionieren, aber unter der Beeinträchtigung leiden, müssen bei ihrer Regeneration unterstützt werden, sagte er. "Der künstliche Tiefschlaf zielt darauf ab, den Energiebedarf des Gehirns zu senken."

Dazu reichen schon wenige Grade Temperaturunterschied. Um wie viel die Körpertemperatur reduziert werden kann, hänge von der Verfassung des Patienten ab, so Zimpfer: "Typisch sind ungefähr 33 oder 34 Grad. Das schafft optimale Erholungsbedingungen."
->   Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Wiener AKH
 
 
 
ORF ON Science :  News :  Medizin und Gesundheit 
 

 
 Übersicht: Alle ORF-Angebote auf einen Blick
01.01.2010