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Erstmals domestizierter Panda in Wildnis entlassen  
  Erstmals ist in China ein Riesenpanda, der in Gefangenschaft aufgewachsen ist, in die Wildnis entlassen worden. Er soll Erkenntnisse liefern, wie sich "künstlich" aufgezogene Pandas in Freiheit bewegen.  
"Xiang Xiang", was übersetzt so viel wie "Glück verheißend" bedeutet, war im August 2001 nach einer künstlichen Befruchtung seiner Mutter auf die Welt gekommen.

Wissenschaftler des Forschungs- und Schutzzentrums im Wolong Reservat brachten den mit einem GPS-Sender ausgestatteten Bären am Freitag in eine entlegene Bergregion in der südwestchinesischen Provinz Sichuan.
Ausgewählter Panda auf seine "Mission" vorbereitet
Vor drei Jahren wurde das Männchen für seine Aufgabe ausgesucht. In einem simulierten "natürlichen" Lebensraum lernte der Panda, nach Futter zu suchen, sein Territorium zu markieren, sich zu verteidigen und zu beißen, wie es seine wilden Kollegen tun würden.

Der 80 Kilogramm schwere Bär wurde auf dem Höhepunkt der Bambussaison ausgesetzt, um es ihm zu erleichtern, die nötigen Bambussprossen als Nahrung zu finden.
Nachwuchsprobleme bei Pandas in Gefangenschaft
Riesenpandas, die in Gefangenschaft aufwachsen, haben weniger natürliche Instinkte oder sind oft unwillig, sich zu paaren. Nur 24 Prozent der in Zoos oder Reservaten aufwachsenden Panda-Weibchen bringen Junge zur Welt. Der World Wide Fund for Nature (WWF) mahnte, das es das wichtigste sei, den Lebensraum der bedrohten Tierart zu schützen.

"Selbst wenn in Gefangenschaft gezüchtete Pandas erfolgreich in der Wildnis ausgesetzt werden, glaubt der WWF nicht, dass die Zucht allein eine wirksame Schutzmaßnahme ist, um die Riesenpandas zu retten", sagte der WWF-China-Repräsentant, Dermot O'Gorman. Die Zucht sei sehr teuer und riskant und sollte nur ein letztes Mittel sein
Gefährdete Spezies
Mehr als 180 Pandas leben nach offiziellen chinesischen Angaben in Gefangenschaft und 1590 in der freien Wildbahn, meist in den Bergen von Sichuan.

Die Bären sind vor allem durch die Umwandlung von Wäldern zu landwirtschaftlichen Nutzflächen, durch das Sammeln von Kräutern sowie durch die Bambusernte gefährdet. Aber auch Wilderei, Bergbau und Entwicklungsprojekte wie Straßen- und Dammbauten machen ihnen zu schaffen.

[science.ORF.at/dpa, 28.4.06]
Mehr über Pandaschutzprogramme in science.ORF.at:
->   Panda-Sexleben soll per GPS überwacht werden (28.9.05)
->   China schafft mehr Platz für Pandas in der Wildnis (22.4.2003)
->   Pandas: Trotz Reservates vom Aussterben bedroht (8.4.2001)
 
 
 
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