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Alpbach: Nobelpreisträger Wilczek als "Opernstar"  
  Seine Errungenschaften in der Physik wurden bereits mit dem Nobelpreis geehrt. Dass der Physiker Frank Wilczek auch eine Begabung zum Singen mitbringt, stellte er Freitag bei den Alpbacher Technologiegesprächen unter Beweis, nämlich als Sänger in der Mini-Oper "Atom and Eve".  
"Ich bin nur ein Atom" singt der Physik-Nobelpreisträger Wilczek. Auf diese Art erklärt er nicht seine physikalischen Theorien über die "Starke Wechselwirkung" und die Quarks, die kleinsten Bausteine der Materie, wofür er im Jahr 2004 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet worden ist. Sondern Wilczek eröffnete mit diesem Lied beim Europäischen Forum Alpbach die ironische Mini-Oper "Atom and Eve"/"Atom und Eva". science.ORF.at berichtet von der Österreich-Premiere.
Unwahrscheinliche Schöpfungsgeschichte Atom & Eve
Bild: APA
"Atom"-Darsteller Frank Wilczek
Das Libretto zu "Atom and Eve" stammt vom Wissenschafts-Ironiker Marc Abrahams, dem Initiator der "Ig Nobelpreise" für die skurrilsten wissenschaftlichen Ideen.

Die "Ig Nobelpreise" sind eine fragwürdige (aber amüsante) "Ehrung", die jährlich in den USA von dem Magazin "Annals of Improbable Research" (Annalen der unwahrscheinlichen Forschung, Anm.) der Harvard-Universität verliehen wird. Dabei anwesend sind stets auch "echte" Nobelpreisträger.

Uraufgeführt wurde "Atom and Eve" im Jahr 2003 bei der Überreichung der "Ig Nobelpreise". Für das Europäische Forum Alpbach 2006 hat Marc Abrahams allerdings das Ende der Mini-Oper neu verfasst.
Nobelpreisträger Wilczek als Atom
"Star" der Aufführung in Alpbach war der ("echte") Nobelpreisträger Franz Wilczek. Der Nobelpreisträger für Physik 2004 schlüpfte bei den von Ö1 mitorganisierten Alpbacher Technologiegesprächen in eine ungewöhnliche Vortragsrolle: als Darsteller eines Atoms.

"Atom and Eve" ist eine Liebesgeschichte - als Wechselwirkung zwischen einem Atom und einer Physikerin, verbunden nur durch den Blick durchs Mikroskop.

"Ich bin nur ein Atom", singt der Physik-Nobelpreisträger Frank Wilczek: "Meine Eltern verzweifeln, weil ich es nicht zum Molekül schaffe."
->   Hörbeispiel "I'm just an atom" (Länge: 0'43)
->   Hörbeispiel 1. Akt (Länge: 3'57)
Physikalischer Liebesschmerz: Keep me in mind!
Bild: APA
Angesichts der Physikerin Eva (gespielt von der Künstlerin Diane Shooman von der Fachhochschule Technikum Wien) bleibt Wilczek bzw. dem verliebten Atom praktisch die Luft weg - doch leider scheint der Größenunterschied unüberbrückbar: "Ich bin nano, nichts im Vergleich zu einer Frau", singt Nobelpreisträger Wilczek.

Das verliebte Atom erwägt, auf "unkonventionelle" Art um die Physikerin Eva jenseits des Mikroskops zu werben: Als Sauerstoff-Atom könnte er von ihr ja eingeatmet werden, so seine Überlegung, auf einem roten Blutkörperchen sitzend durch ihre Venen sausen und schließlich ins Gehirn der Angebeteten gelangen.

So werde sie ihn buchstäblich stets in Erinnerung behalten, sinniert Wilczek in seiner Rolle als Atom.
->   Hörbeispiel: "I'm nano" (Länge: 0'14)
->   Hörbeispiel 3. Akt (Länge 2'32)
Bose und Einstein als Kuppler
Die Physikerin Eva weiß eine Lösung für den unüberbrückbaren Größenunterschied des Liebespaares: das Bose-Einstein-Kondensat.

Mit Hilfe des Bose-Einstein-Kondensats, einem Materie-Zustand, in dem sich alle Atome so verhalten, als wären sie ein einziges, riesengroßes Atom, finden Atom und Physikerin - Atom and Eve - dann bei der Alpbacher Mini-Oper doch zueinander. "Thanks to Bose and Einstein, thank you, too!"
->   Hörbeispiel "Condensate...can't wait" (Länge: 0'39)
->   Hörbeispiel 4. Akt (Länge 3'21)
Barbara Daser, Ö1-Wissenschaft, 28.8.06
->   Frank Wilczek (Massachusetts Institute of Technology)
->   Annals of Improbable Research (Homepage)
->   Atom & Eve 2006 (Annals of Improbable Research)
->   Libretto "Atom & Eve" (deutsch und englisch)
Mehr dazu in science.ORF.at:
->   "Ig-Nobelpreis": Gute Chancen für Österreich (25.8.06)
->   Physik-Nobelpreis 2004 an drei US-Quark-Forscher (5.10.04)
 
 
 
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