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Neues aus der Welt der Wissenschaft
 
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Es lohnt sich, Mathematik zu studieren  
  Im Gegensatz zu vielen anderen Disziplinen heißt es in der Mathematik: "Studenten verzweifelt gesucht". Ein neues interuniversitäres Kolleg in Wien sowie Initiaven der EU sollen der spröden, aber zukunftsreichen Wissenschaft auf die Sprünge helfen.  
Modelle der Wirklichkeit
In fast allen Forschungsgebieten arbeiten die Wissenschafter heute mit mathematischen Modellen. Nicht nur Physiker, Biologen und Chemiker, auch Soziologen, Ärzte und Börsengurus sparen mit mathematischen Modellen der Wirklichkeit Zeit und Geld.

Wasserströmungen vom riesigen Kanal bis zum kleinen Glasrohr werden berechnet, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten prognostiziert, und von Frankfurt bis New York versuchen Banker Tag und Nacht die neuesten Kursentwicklungen vorauszuberechnen, um Geld zu gewinnen.

In Wien sollen jetzt die hellsten Köpfe auf dem Gebiet der Differantialgleichungen, einem mathematischen Teilgebiet, unterrichtet werden.
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Wissenschaftskolleg ''Differentialgleichungen''
Sieben junge österreichische Wissenschaftler haben sich jetzt zusammengetan und gründen ein interuniversitäres Wissenschaftskolleg für Mathematik. Mit Mitteln des FWF sollen Spitzenforscher ausgebildet werden. Acht Doktorandenstellen wird es ab März geben. Die Jungforscher wurden von einer internationalen Kommission ausgesucht und forschen an aktuellen Projekten. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von Infrastruktur, um die Zusammenarbeit zwischen den Forschungsgruppen zu ermöglichen und zu fördern.
->   Der Wissenschaftskolleg ''Differentialgleichungen'' in Wien
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Neues Bild der Mathematik
Auch das Image des Mathematikers soll sich ändern. Dr. Christian Schmeiser, der Sprecher des Kollegs, sieht die Forscher aus ihrem Elfenbeinturm ausbrechen.

"Mathematik braucht wenig Geld, auch die angewandte Mathematik benötigt keine teuren Labors oder Teilchenbeschleuniger. Wir brauchen nur wenige Computer, um Explosionen zu beobachten oder Atomteilchen kollidieren zu lassen. Zum Glück sind Mathematiker in letzter Zeit 'aufgewacht', sie können sich besser verkaufen", meint Christian Schmeiser.
Warum braucht man das?

Turbulenzen eines Flugzeugflügels
Im Wissenschaftskolleg sollen vor allem neue Methoden der Mathematik entwickelt und gelehrt werden. Denn auch wenn derzeit in der Praxis einfach oft die Arbeitskräfte fehlen, sind nach wie vor viele grundlegende Probleme ungelöst. Und diese können zäh sein. Ein Beispiel: Gleichungen, die Turbulenzen in Flüssigkeiten und in der Luft beschreiben.

Metereologen und Flugzeugentwickler zum Beispiel brauchen sie täglich. Heute kann man sie mit "genäherten¿ Lösungen via Computer berechnen. Denn wie die Gleichungen exakt zu lösen sind, weiß bis heute niemand, und das, obwohl man weltweit bereits seit 200 Jahren nach einer Antwort sucht.

Sie gehören zu den sieben so genannten Milleniumsproblemen, für deren Lösung das Clay Mathematics Institute eine Million Dollar verspricht. Pro Beispiel wohlgemerkt.
->   Die sieben mathematischen Milleniumsprobleme des Clay Mathematics Institute
EU-Initiativen für die Mathematik
Ausbildungsstätten, die über die universitäre Ausbildung hinausgehen, werden dringend benötigt. In so genannten Marie Curie Training Sites sollen deshalb künftig innerhalb der EU die besten Jungforscher ausgebildet werden.
->   Marie Curie Fellowships
Und damit bei den wissenschaftlichen Topverdienern der Zukunft auch möglichst viele österreichische Studenten dabei sind, werden auch hier derzeit die entsprechenden Weichen gestellt.

Niki Popper
->   Math-Net: Informationen für Mathematiker
->   Mathematik für Nicht-Berufsmathematiker
->   Zur kulturellen Rolle der Mathematik (Artikel von Hans Magnus Enzensberger)
->   Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung
 
 
 
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