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Rehabilitation der Schuppenflechte-Therapie  
  Ein Grazer Dermatologe konnte mit seiner Forschungsarbeit - unterstützt vom Wissenschaftsfonds (FWF) - den guten Ruf der derzeit wirksamsten Therapie gegen Schuppenflechte wieder herstellen.  
Der Dermatologe Peter Wolf vom Grazer Institut für Dermatologie und Venerologie suchte nach einer Verbindung zwischen der längerfristigen Behandlung mit dieser Therapie und Genmutationen am p53-Tumor-Suppressor-Gen. Er konnte keinen Zusammenhang feststellen.
Erhöhtes Hautkrebsrisiko?
Die Behandlung mit der photosensibilisierenden Substanz Psoralen und UVA-Photochemotherapie (PUVA) ist die derzeit wirksamste Therapie gegen Schuppenflechte. Die Methode stand allerdings auf Grund klinischer Tests bis vor kurzem im Verdacht, das Hautkrebsrisiko bei langfristiger PUVA-Behandlung signifikant zu erhöhen.

Der Dermatologe Peter Wolf vom Grazer Institut für Dermatologie und Venerologie machte sich auf die Suche nach dem Zusammenhang zwischen Psoralen und Mutationen am p53-Tumor-Suppressor-Gen, die durch die langfristige Behandlung hervorgerufen wurden.

"Psoralene binden sich am häufigsten an Adenin-Thymin-Basensequenzen. Wenn die Therapie eines Patienten mit Schuppenflechte tatsächlich Hautkrebs auslöst, müssen die häufigsten Gendefekte an dieser Stelle auftreten", erläutert der Grazer Wissenschaftler das vom FWF geförderte Forschungsprojekt.
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Schuppfenflechte
Rund 90.000 Österreicher leiden an Schuppenflechte. Bei dieser Hauterkrankung kommt es aufgrund einer Autoimmunstörung zu einer vermehrten Teilung der Hautzellen. Die bislang wirksamste Therapie gegen diese chronische Krankheit ist die lokale und orale Verabreichung von Psoralen mit anschließender Bestrahlung durch künstliche UVA-Strahlen. Durch die Therapie wird das Immunsystem ausgeschaltet und so die Teilung der Hautzellen gehemmt. Um Schuppenflechte für längere Zeit wirksam einzudämmen, geht die Behandlung meist über Monate und Jahre.
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Bedenken gegen PUVA-Therapie ...
Allerdings gaben klinische Studien und Tierversuche zu bedenken, dass eine langfristige und hochdosierte PUVA-Therapie zu Genmutationen und weiters zu Hautkrebs führen kann. Der wirksamen Behandlung gegen Schuppenflechte drohte das Aus.
... scheinen ausgeräumt
Die Untersuchungen des betroffenen Genmaterials bewiesen allerdings, dass die häufigsten Mutationen durch natürliche UV-Strahlung ausgelöst wurden. Die Forschungsergebnisse stellen somit sicher, dass die Behandlung mit Psoralen und UVA-Bestrahlung auch weiterhin die Standardtherapie bei Schuppenflechte bleiben wird.

Der Dermatologe vermutet dennoch einen Zusammenhang: Durch die Ausschaltung des Immunsystems während der Therapie werden defekte Hautzellen nicht mehr erkannt und beginnen zu wuchern. Diese indirekte Verbindung zwischen Hautkrebs und Schuppenflechte-Therapie soll durch weitere Forschungsprojekte erhoben werden.
->   Grazer Institut für Dermatologie und Venerologie, Uni Graz
->   Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)
 
 
 
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01.01.2010