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Mars in Rekordnähe zur Erde  
  Der Mars strahlt in diesen Tagen mit unerreichter Helligkeit am Sternenhimmel. Grund für den spektakulären Auftritt: Erde und Mars kommen einander am 27. August so nahe wie seit den Zeiten der Neandertaler nicht mehr.  
Mit bloßem Auge wird der Rote Planet als hell leuchtender orangeroter Fleck zu sehen sein. Schon in einem kleinen Fernrohr werden Details - wie die derzeit abschmelzende Südpolkappe, helle und dunkle Regionen und mögliche Staubstürme - auf dem Mars sichtbar.
Roter Planet am Nachthimmel gut sichtbar
Gegen 23.00 Uhr steht Mars am Mittwoch auch für ungeübte Himmelsbeobachter gut sichtbar tief im Südosten im Sternbild Wassermann. Bis zum Morgen wandert der Rote Planet dann über den Südhimmel nach Westen.
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Astronomisches Phänomen: "Mars-Opposition"
Auf ihrem Weg um die Sonne überholt die Erde ihren äußeren Nachbarplaneten Ende August auf der Innenbahn. Die Astronomen sprechen dabei von einer Mars-Opposition, weil einander Sonne und Mars am irdischen Himmel genau gegenüberstehen. Eine Mars-Oppositionen gibt es etwa alle zwei Jahre. Da die Bahnen beider Planeten jedoch keine perfekten Kreise sind, sondern leicht eiförmig, hängt die Oppositionsentfernung davon ab, wo das Überholmanöver genau stattfindet.
->   Mehr zur Mars-Opposition bei der ESA
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Distanz: Lediglich 55 Mio. Kilometer
In diesem Jahr trennen uns am 27. August "nur" noch 55,76 Millionen Kilometer vom Roten Planeten, das entspricht etwa einem Drittel der Entfernung zur Sonne.

Der Mars ist wegen des Neumonds dann sogar das hellste Objekt am Nachthimmel. So nahe kamen einander Erde und Mars zuletzt im Jahre 57.618 vor Christus.

Noch dichter als in diesem Jahr nähern sich die beiden Planeten einander am 28. August 2287 an: Dann schrumpft die Entfernung auf 55,69 Millionen Kilometer.
Mars in größter Nähe zur Erde
 
Bild: APA

Seltene Konstellation für Marssonde genützt
Die günstige Konstellation dieses Jahres haben die Europäer genutzt, um ihre erste Marssonde zum Roten Planeten zu schicken. Der am 2. Juni gestartete "Mars Express" soll Weihnachten sein Ziel erreichen und unter anderem eine Landefähre auf dem Roten Planeten absetzen.

Auch die US-Raumfahrtbehörde NASA hat zwei Sonden auf die Reise geschickt, die zwei Mars-Rover absetzen sollen. Darüber hinaus wird auch die erste japanische Marssonde, die wegen technischer Probleme bereits seit fünf Jahren unterwegs ist, Anfang 2004 endlich ihr Ziel erreichen.

Die US-amerikanischen und die europäische Landefähre sollen unter anderem an der noch immer offenen Frage forschen, ob es auf dem Mars einst Leben gegeben hat oder gibt.
->   Europäischer Mars-Express gestartet (3.6.03)
Mars als Objekt der Fantasie: Von Schiaparellis "canali" ...
Die Idee von Leben auf unserem Nachbarplaneten hat die menschliche Fantasie seit langem beflügelt. Der britische Königliche Astronom Sir William Herschel (1738-1822) ging davon aus, dass der Mars selbstverständlich wie alle anderen Planeten unseres Sonnensystems von intelligenten Lebewesen bewohnt ist.

Die vom Italiener Giovanni Schiaparelli 1877 entdeckten "canali" beflügelten Fantasien von Marskanälen als Bauwerke einer Zivilisation, bis sie von besseren Instrumenten als optische Täuschungen entlarvt wurden.
... bis zu Welles' "Krieg der Welten"
1938 versetzte Orson Welles mit einer realistischen Hörspielfassung von H. G. Wells' Roman "Krieg der Welten" Tausende von Amerikanern in Panik, die an einen tatsächlichen Angriff der Außerirdischen glaubten.

Die ersten erfolgreichen Marssonden räumten in den 70er Jahren dann endgültig auf mit dem Mythos der kleinen grünen Männchen.
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Vermeintliche UFO-Beobachtungen
Vermeintliche Begegnungen der dritten Art beschert der ungewöhnlich helle Mars derzeit vielen zufälligen Beobachtern, wie Werner Walter berichtet, der im "Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene" (CENAP) eine UFO-Meldestelle in der BRD betreibt. "Tatsächlich habe ich schon die abenteuerlichsten Meldungen bekommen."
->   CENAP
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Pensionisten "verfolgten" Mars zwei Stunden lang
So habe ein Pensionistenehepaar den Mars zwei Stunden lang mit dem Auto als ein "nur 500 Meter entferntes" UFO verfolgt, und ein anderer Beobachter berichtete aufgeregt, wie der Mond stundenlang "von einem Ding verfolgt" worden sei, als einander am 13. August Mars und Mond am Himmel begegneten.

Solche Anrufe ist Walter inzwischen gewohnt: "Der Mars ist wegen seiner feurigen Färbung ein kosmischer Hingucker, der bei uninformierten Menschen schnell falsche Ideen wie von einem UFO-Besuch aufkommen lassen kann."

Till Mundzeck, dpa
->   Das Stichwort Mars im science.ORF.at-Archiv
 
 
 
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