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Studie: An Astrologie ist nichts dran  
  Das Sternzeichen hat nichts mit Persönlichkeit und Intelligenz eines Menschen zu tun. Das belegt eine deutsch-dänische Analyse der Eigenschaften von insgesamt mehr als 15.000 US-Amerikanern.  
Es hätten sich keinerlei Belege für einen relevanten Einfluss des Geburtsdatums auf die Intelligenz oder die Persönlichkeit ergeben, sagte der Biologe Martin Reuter von der Universität Gießen. Andere Untersuchungen mit wesentlich weniger Teilnehmern hatten zuvor verschiedene mögliche Zusammenhänge angedeutet.
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Die Studie "The relationship between date of birth and individual differences in personality and general intelligence: A large-scale study" von Peter Hartmann et al. erschien im Fachblatt "Personality and Individual Differences" (Bd. 40, S. 1349).
->   Abstract
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Jugendliche und Kriegsveteranen untersucht
Reuter und seine Kollegen Peter Hartmann und Helmuth Nyborg von der Universität Aarhus in Dänemark hatten die Persönlichkeits- und Intelligenzdaten von 4.321 Vietnamveteranen und die Intelligenzwerte von 11.448 US-Jugendlichen im Hinblick auf das Geburtsdatum und andere Faktoren ausgewertet.

Die Persönlichkeit bestimmte sich dabei anhand der drei Standardkategorien Extraversion, was zum Beispiel Kontaktfreudigkeit und Offenheit spiegelt, Neurotizismus, der unter anderem mit der Ängstlichkeit eines Menschen zusammenhängt, und Psychotizismus, der für Merkmale wie Impulsivität, Aggressivität und Kreativität steht.
Kein Zusammenhang festgestellt
In keinem der Vergleiche habe sich ein nennenswerter Zusammenhang gezeigt, berichten die Forscher in ihrer Studie. Die Auswahl der Probanden sei in sozioökonomischer Hinsicht repräsentativ für die US-Bevölkerung.

Grundsätzlich lasse sich allerdings nicht ausschließen, dass der Militärdienst bei den Veteranen den Einfluss des Geburtsdatums kaschiert hat, schränken die Forscher ein.
Keine Planetenbewegungen berücksichtigt
Auch könne die Studie nicht die Astrologie als ganze widerlegen, da etwa die Bewegung der Planeten nicht berücksichtigt worden sei. Bei einer derart großen Zahl von Probanden hätte aber irgendein Effekt eines so wichtigen astrologischen Faktors wie dem Sternzeichen auftauchen sollen.

Enttäuschte Horoskopanhänger tröstet Reuter: "Es ist doch ganz gut, dass man nicht auf Grund seines Geburtsdatums stigmatisiert wird." Sonst hätten zu einem vermeintlich ungünstigen Termin geborene oft keine Chance, etwa zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

[science.ORF.at/dpa, 28.4.06]
 
 
 
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01.01.2010