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Mehr Technikforschung für den Menschen  
  Die Technologieforschung in der EU soll fächerübergreifender werden. Das ist das Ziel einer Veranstaltung, die heute in Wien stattfindet. Vor allem die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sollen stärker in die Forschung eingebunden werden.  
Menschen nicht mehr ausklammern
Bei technischen Problemen wird der Mensch in der Forschung meist ausgeklammert. Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften haben bisher in der Technologieforschung eine geringe Rolle gespielt, sagt Manfred Horvat, Direktor des BIT - des Büros für Internationale Forschungs- und Technologiekooperation. "Man hat jetzt aber festgestellt, dass rein technische Lösungen nicht mehr ausreichen. Die Probleme der Gesellschaft sind komplexer"
->   Die Veranstaltung "Sozioökonomische Forschung im 5. EU-Rahmenprogramm"
Menschenfreundlich produzieren
Bürgerbeteiligung ist bei der Umweltinformation oder bei Patienteninformationssystemen schon unverzichtbar. Benutzerfreundlichkeit von Geräten wird auch immer wichtiger.

"Ein gutes Beispiel ist auch die menschenorientierte Fabrikforschung", meint Horvath, bei der es nicht mehr nur um technischen Lösungen geht, sondern um die Gesamtorganisation, mit der sich Menschen in ihrem Beruf verwirklichen können." Industriepsychologische Aspekte sollen vermehrt in die Forschung einfließen.
EU-Topf von 200 Millionen Euro
Noch wehren sich viele Forschungseinrichtungen, mit anderen Spezialisten zusammenzuarbeiten. "Ein Grundprinzip der Wissenschaft ist, dass jeder Experte nur in seinem Gebiet etwas zu sagen hat und sagen will. Das fächerübergreifende Denken müssen die Wissenschafter erst lernen", kritisiert Horvat.

Die EU hat deshalb 200 Millionen Euro allein für interdisziplinäre Projekte im 5. Rahmenprogramm unter dem Titel "sozioökonomischer Forschungsschwerpunkt" zur Verfügung gestellt. In allen anderen Bereichen wie der Lebenswissenschaft oder der Energie- und Umweltforschung werden solche Projekte ebenfalls besonders unterstützt.
Forscher müssen umdenken
Oft ist aber noch die Einstellung der Forscher das größte Hindernis, sagt Andrea Höglinger, die beim BIT für diesen Bereich verantwortlich ist. "Ein aktuelles Beispiel verdeutlicht das am besten. Ein Projekt versuchte, die Medizin zur Betreuung von schwangeren Frauen zu verbessern. Die Schwangeren wurden aber nicht eingebunden - die Mediziner hatten nur Interesse an der rein medizinischen Forschung."

In Zukunft soll es mehr Lösungen geben, zu denen alle Betroffenen eine Beitrag leisten, hofft Höglinger.

Ulrike Schmitzer, Ö1-Wissenschaft
->   Büro für Internationale Forschungs- und Technologiekooperation (BIT)
 
 
 
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01.01.2010