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Ein Typenschein für nachhaltige Gebäude  
  Seit zwei Jahren gibt es die Möglichkeit, einen Typenschein für nachhaltige Gebäude erstellen zu lassen. Die Kriterien dafür hat das österreichische Ökologie-Institut in mehrjähriger Forschungsarbeit entwickelt.  
Dieser Typenschein wird nicht nach einem kurzen Test verliehen, sondern ist Ergebnis eines aufwändigen Prozesses.
Energieverbrauch und Nutzerfreundlichkeit
Die Experten vom Ökologie-Institut sehen sich genau an, wie viel Energie ein Haus verbraucht, ob die Fläche sparsam eingesetzt wird und ob der Materialeinsatz effizient ist, schildert Susanne Geissler.

"Wir haben den Anspruch der Nachhaltigkeit: es geht uns beim Typenschein nicht nur um Umweltfreundlichkeit, sondern auch darum, die Nutzerfreundlichkeit bei gleichen Kosten zu steigern. Es nützt nichts, umweltfreundliche Gebäude zu haben, die nicht komfortabel sind und so teuer, dass sie sich niemand mehr leisten kann."
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Gebäudetypenschein in zwei Stufen
Die Experten wollen deshalb schon zu Beginn Einfluss auf die Planung nehmen. Nicht immer gelingt das jedoch. Den Gebäudetypenschein gibt es deshalb in zwei Stufen: einen nach der Planung und einen nach der Fertigstellung.

"Oft werden Gebäude hervorragend geplant: niedriger Energieverbrauch, hoher Tageslichtanteil, hohe Materialeffizienz", sagt Geissler. "Dann wird der Plan in der Errichtung aus verschiedensten Gründen aber nicht eins zu eins umgesetzt. Ein Grund ist bei der Niedrigenergiebauweise vor allem eine schlampige Ausführung."
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Bislang: Sieben Typenscheine
Bisher haben sieben Gebäude das Planungszertifikat bekommen, ein Bauträger kann sich mit dem Fertigstellungszertifikat schmücken und fünf sind noch im Prozess, sagt Susanne Geissler vom Ökologie-Institut.

"Dieses Gebäudebewertungssystem ist nicht in der Bauwirtschaft entstanden, sondern extern, mit der Zielsetzung in der Bauwirtschaft etwas zu verändern. Veränderungsprozesse sind immer schwierig. Man darf sich nicht erwarten, dass man innerhalb weniger Jahre Hunderte Gebäudetypenscheine ausstellen kann. Das wäre einfach eine zu hohe Latte."
"argetq" soll Zusammenarbeit verbessern
Um die Zusammenarbeit mit der Bauwirtschaft zu verbessern, wurde die "argetq" gegründet. Der Gebäudetypenschein kostet rund 10.000 Euro (ohne Messungen) und soll den Bauträgern als zusätzliches Marketinginstrument dienen.

Ulrike Schmitzer, Ö1-Wissenschaft
->   www.argetq.at
->   Österreichisches Ökologie-Institut
->   Alles zum Stichwort Nachhaltigkeit in science.ORF.at
 
 
 
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01.01.2010