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Forschungsinstitut für Artificial Intelligence wird 20  
  Das Österreichische Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (ÖFAI) besteht seit 20 Jahren. Gründer war der Psychologe, Soziologe und Elektronikingenieur Robert Trappl, der das Institut bis heute leitet.  
Trappl gilt als einer der Pioniere der Kybernetik in Österreich. Das Institut war 1984 unter Wissenschaftsminister Heinz Fischer im Rahmen Förderungsprogrammes "Mikroelektronik und Informationsverarbeitung" eingerichtet worden.
Erster Forschungsschwerpunkt Symbolverarbeitung
Als einer der ersten Forschungsschwerpunkte des ÖFAI zählte die Symbolverarbeitung, die damals noch in den Kinderschuhen steckte.

Die Maschine sollte u.a. lernen, Texte zu verstehen. Nachdem die Maschinen dann - mehr oder weniger - Schriften und Symbole lesen gelernt hatten, wartete die nächste Herausforderung auf die AI-Experten:

Die Computer sollten auch nicht-symbolische Strukturen - beispielsweise menschliche Gesichter - erkennen lernen. Ein Vorhaben, dass die Experten wohl noch einige Zeit beschäftigen wird.
Agenten - Informationssucher in Datenbanken
Es war die EDV selbst, welche Kreation so genannter Agenten nötig machte. Durch die Computer wuchsen nämlich die Datenbanken auf unüberschaubare Größen an.

Nun war es nötig, selbstständige Programme zu konstruieren, die sich etwa in Datennetzen auf den Weg machen und gewünschte Informationen suchen, finden und seinem menschlichen Auftraggeber präsentieren. Heute durchsuchen solche Agenten etwa das Internet.
Zukunft: Emotionen in Maschinen
Als nächste Herausforderung für die AI-Experten sollten und sollen Maschinen lernen, Emotionen zu erfahren - und zu zeigen. Es hatte sich nämlich immer mehr herausgestellt, dass Emotionen ein wichtiges Hilfsmittel der Intelligenz sind, um bestimmte Ziele zu erreichen.

Oder anders ausgedrückt: Ein gefühlvoller Computer kann wesentlich besser auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen als eine völlig logische aber kalte Maschine.
Weitgehend autonome Finanzierung des ÖFAI
Stolz ist man am ÖFAI auf die eigene Finanzierung. So stammen von den Einnahmen von 1.188.990 Euro im Jahr 2003 lediglich sieben Prozent aus der Basisfinanzierung.

29 Prozent wurden über Projekte des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und beachtliche 45 Prozent über EU-Projekte eingeworben.

Derzeit arbeiten am Institut 27 angestellte Wissenschafter, sieben Forscher auf Werkvertragsbasis und noch weitere drei administrativ-technische Mitarbeiter.

[science.ORF.at/APA, 24.11.04]
->   ÖFAI-Website
Mehr zu diesem Thema in science.ORF.at:
->   Neues Buch: Künstliche Intelligenz & Emotionen (6.10.03)
 
 
 
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01.01.2010