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VCÖ warnt vor Gesundheitsrisiko Verkehr  
  Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) warnt vor dem Gesundheitsrisiko Verkehr: Schadstoffe, Unfälle und Lärm kosten jährlich 2,2 Milliarden Euro. Jährlich gibt es im Straßenverkehr 57.000 Verletzte und 3.500 Tote.  
190 Herzinfarkte jährlich durch Lärmbelastung
Wer neben einer lauten Straße wohnt, kann auf Dauer ernsthafte Schäden davontragen, warnte der Leiter des VCÖ-Forschungsinstituts, Wolfgang Rauh, bei einer Pressekonferenz in Wien: Die Folge seien Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen.

Jährlich seien 190 tödliche Herzinfarkte auf Lärmbelastung zurückzuführen, errechnete der VCÖ anhand von zwei deutschen und einer Tiroler Studie.
Neben Unfällen auch Schadstoffe und Lärm schuld
Grafik: APA
Sechzig Prozent der österreichischen Bevölkerung würden über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerten leben.

Jeder 22. Todesfall in Österreich könne Ursachen aus dem Verkehr zugeordnet werden, so Rauh. Neben zahlreichen Unfällen seien die Hauptgründe Schadstoff- und Feinstaubbelastungen und Lärm.

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt der modernen Verkehrswelt sei auch die mangelnde Bewegung: Während 1990 jede Person in Österreich durchschnittlich 304 Kilometer zu Fuß zurückgelegt habe, sei diese Distanz im Jahr 2003 auf 239 Kilometer geschrumpft. Auch hier drohen Herz-Kreislauferkrankungen.
Kritik an niedriger Dieselbesteuerung
Rauh erneuerte seine Kritik an der hohen Dieselquote in Österreich: Die Selbstzünder würden drei Mal so viele Stickoxide - die Vorläufersubstanz von bodennahem Ozon - verursachen. Dazu käme die Belastung durch Feinstaub durch den Dieselruß.

Hauptursache sei die niedrige Besteuerung in Österreich, so Rauh: "Im Moment kommen die Ungarn zu uns Diesel tanken, das kann wohl nicht das Wahre sein."
Recht auf Gesundheit in Verfassung
Geht es nach dem VCÖ, soll das Recht auf Gesundheit künftig verfassungsmäßig verankert werden.

Bei zu wenig Kontrollen sollen Behörden künftig geklagt werden können, forderte der Club. Einen entsprechenden Antrag habe man beim Verfassungskonvent eingebracht.

[science.ORF.at/APA, 25.11.04]
->   Verkehrsclub Österreich
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01.01.2010