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Jobs in Jungunternehmen sind sicherer  
  Im Rahmen eines FWF-Projekts untersucht ein Linzer Ökonom die Dynamik von Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Löhnen. Ein Ergebnis: Jobs in Jungunternehmen "überleben" länger als in etablierten Firmen.  
Wenig erbauliche Faktoren
Wachsende Arbeitslosigkeit, unsichere Beschäftigungspolitik und ein tiefes Lohniveau - zu Beginn des 21. Jahrhunderts gehören diese Faktoren zur traurigen Realität in den meisten westlichen Industriestaaten.

Was aber bestimmt die Dynamik von Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Löhnen? Diesem hochbrisanten Thema widmet sich der Ökonom Rudolf Winter-Ebmer vom Linzer Institut für Volkswirtschaftslehre.
Neue Datenquelle
Ausgehend von einer neu zugänglichen Datenquelle des Hauptverbands der Österreichischen Sozialversicherungsträger, die Individual-Informationen für alle österreichischen Arbeiter der letzten 25 Jahre sowie alle relevanten Firmeninformationen bereitstellt, erörtert der Wissenschaftler beschäftigungspolitische Fragestellungen: von den Folgen eines Arbeitsplatzverlustes über die Schaffung neuer Jobs und ihre "Überlebenschancen" bis zu den Gründen für bestimmte Lohnstrukturen.
Effekte politischer Maßnahmen überprüfen
"Dieses außergewöhnliche Datenmaterial bringt den Vorteil, genauer über kausale Effekte von wirtschaftspolitischen Maßnahmen nachzudenken", führt Winter-Ebmer das vom FWF geförderte Projekt aus.
Rezessions-Jobs überleben länger
"Es zeigte sich beispielsweise in einer meiner Untersuchungen, dass in der Rezession neu geschaffene Arbeitsplätze länger überleben, als jene, die in der Hochkonjunktur eingeführt werden."

Ebenso bemerkenswert: Neu kreierte Jobs in Jungunternehmen sind weitaus sicherer und nachhaltiger als jene in etablierten Betrieben.
Einstiegshürden für Jungunternehmen entfernen
"Ein politisch relevantes Ergebnis", resümiert der Forscher diesen Teil seiner umfangreichen international ausgerichteten Studie.

"Eine der dringendsten Aufgaben der Wirtschaftspolitik ist es, die Einstiegshürden von Jungunternehmern zu entfernen - beispielsweise durch die Gründung effektiver Finanzierungsprogramme für neue Unternehmen."

Eva-Maria Gruber, Universum Magazin, 26.11.04
->   Rudolf Winter-Ebmer (Uni Linz)
->   Wissenschaftsfonds (FWF)
->   Universum Magazin
 
 
 
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01.01.2010