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Mit Tee und Tabak gegen Karies  
  Tee hilft nach Ansicht von Experten gegen Karies. Darin enthaltene Stoffe behindern das Wachstum der Karieserreger. Ein anderer Weg wird von Forschern des Fraunhofer-Institus beschritten: Sie nutzen Tabakpflanzen, um Antikörper gegen die Erreger zu produzieren.  
Reichlich Tee trinken beugt Karies vor. Die in Tee enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe Phenole behindern offensichtlich das Wachstum Säure produzierender Kariesbakterien und unterbinden die Bildung von Plaques am Zahn, wie der Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten in Solingen unter Berufung auf Studien der Universitäten Iowa und Göteborg berichtete.
Teetrinker: Weniger Löcher
Demnach haben Teetrinker weniger Löcher in den Zähnen als andere Menschen. Ein kosmetisches Problem seien allerdings die dunklen Verfärbungen, die häufiger Teegenuss an den Zähnen verursache. Und selbst der beste Tee der Welt könne das gründliche Zähneputzen nach dem Essen nicht ersetzen, betonen die Wissenschafter.
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Karies
Unter Karies, genauer Zahnkaries, versteht man die Zerstörung der Hartsubstanzen des Zahnes. Daran beteiligt sind so genannte Spaltpilze, Säuren und andere Gärungsprodukte: Durch das Lösen bestimmter chemischer Verbindungen wird der Zahn demineralisiert - die Hartsubstanz (Schmelz, Zahnstein oder Wurzelelement) wird durch von Bakterien produzierte Säuren gelöst (pH-Senkung), die entstandenen Schäden bezeichnet man als Karies. Ursache ist meist eine ungenügende Zahnhygiene sowie schädliche Essgewohnheiten.
->   Mehr über Karies
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Pflanzen als "Biofabrik": Tabak produziert Antikörper
Wissenschaftler nutzen auch immer häufiger Pflanzen als "Biofabrik". Dabei wird ein zusätzliches Gen - etwa das für den Antikörper gegen den Karieserreger - in das Erbgut einer Tabakpflanze integriert, wie Stefan Schillberg vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie Aachen berichtet.

Der gentechnisch veränderte Organismus produziert dann beim Wachsen automatisch das entsprechende Protein; der neue Wirkstoff gegen Karies muss nur noch isoliert werden.
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Kostengünstige und vorteilhafte Methode
"Die in Pflanzen hergestellten Proteine haben eine hohe Qualität", sagt Schillberg. Zudem sei die Produktion hochwertiger Wirkstoffe in Pflanzen erheblich kostengünstiger als in Bakterien oder tierischen Zellkulturen. Bisher hätten die Fraunhofer-Forscher mehr als 150 verschiedene so genannte rekombinante Proteine in Tabak, Weizen oder Reis produziert, unter anderem das menschliche Bluteiweiß "Serumalbulmin", Antikörper gegen den Karieserreger oder Enzyme.

Bisher stammten die Wirkstoffe, wie zum Beispiel Insulin, Interferon oder Impfstoffe gegen Gelbsucht vor allem aus Bakterien oder Zellkulturen von Tieren. Allerdings hätten diese Herstellungsverfahren einige Nachteile, so Schillberg: Die mikrobiell oder in Säugetierzellkulturen produzierten Proteine könnten Immunreaktionen auslösen, auch HIV oder Hepatitisviren übertragen. Dagegen erzeugten Pflanzen keine bakteriellen Giftstoffe, Viruspartikel oder Krankheitserreger.
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Tabak bestens geeignet
"Am besten eignet sich Tabak zur Massenproduktion von Wirkstoffen. Die Pflanze ist leicht gentechnisch zu verändern und preiswert zu kultivieren. Tabak produziert pro Hektar und Jahr die meiste Biomasse", sagt der Biologe.

Nach seinen Angaben werden bereits über ein Viertel aller Medikamente mit Hilfe der Bio- und Gentechnologie hergestellt.
->   Fraunhofer Gesellschaft
Mehr zum Thema Karies in science.orf.at:
->   Laserstrahlen gegen Karies
 
 
 
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01.01.2010