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Gen-Knockout macht Blutzellen langlebig  
  Blutstammzellen können sich unbegrenzt teilen. US-Forscher haben die Eigenschaft der Selbsterneuerung nun durch Ausschaltung dreier Gene auf einen anderen Zelltypus übertragen.  
Teilungsfreudige Stammzellen
Die so genannten hämatopoietischen Stammzellen (HSZ) im Knochenmark sind die absolute Nummer eins in der Hierarchie der Blutzellen. Aus ihnen entstehen nicht nur die roten Blutkörperchen und die Blutplättchen, sondern auch die mannigfaltigen Zelltypen des Immunsystems, etwa B- und T-Lymphozyten, Makrophagen und dergleichen mehr. Damit der Nachschub an neuen Zellen nicht versiegt, müssen die HSZ langlebig sein, was auf Ebene der Zelle bedeutet: Sie müssen sich unbegrenzt oft teilen können.

Das ist eine Eigenschaft, die etwa ihren unmittelbaren Nachkommen, den sogenannten "multipotenten Vorläuferzellen" (im Englischen: "multipotent progenistors") bereits abgeht. Warum das so ist, hat nun ein Team um den Stammzellenforscher Michael F. Clarke geklärt. Sie züchteten Mäuse, denen drei Gene im Erbgut fehlten. Von diesen Erbfaktoren wusste man, dass sie von einem anderen Gen namens "Bmi1" reguliert werden, welches wiederum für die Selbsterneuerung von Stammzellen wichtig ist.
Gen-Bremse gelöst
Die US-Forscher zerstörten dann durch Bestrahlung das Knochenmark der Mäuse, doch trotz des Eingriffs regenerierten sich danach neue Blutzellen. Der Schluss daraus: Der Knockout löst offenbar eine genetische Bremse, offenbar können sich unter diesen Bedingungen auch die multipotenten Vorläuferzellen unbegrenzt teilen. Clarke und Kollegen vermuten, dass bei der Entstehung von Blutkrebs etwas ganz Ähnliches passiert. Die entsprechende Studie wurde auf der Website von "Nature" (doi:10.1038/nature06869) veröffentlicht.

[science.ORF.at, 17.4.08]
->   Michael F. Clarke
->   Hämatopoese - Wikipedia
 
 
 
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01.01.2010