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Anti-Aging für Mäuseorgane  
  Forscher aus den USA haben den Alterungsprozess von Mäuselebern gestoppt. Sie erreichten, dass das Stoffwechsel-Organ der Nager im Alter genauso gut funktioniert wie in jungen Jahren.  
Forscher vom Albert Einstein College in New York glauben, dass die die Ansammlung unverdauter beschädigter Eiweißmoleküle für das Altern eines Organismus verantwortlich ist.

Grund für die Häufung der defekten Moleküle sei das zunehmende Versagen der zelleigenen "Müllabfuhr" im Körper.
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Die Studie "Restoration of chaperone-mediated autophagy in aging liver improves cellular maintenance and hepatic function" ist in der Fach-Zeitschrift "Nature Medicine" erschienen. (DOI: 10.1038/nm.1851)
->   Zur Studie
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Zelleigene "Müllabfuhr" recycelt defekte Proteine
Der zelleigene Entsorgungsmechanismus funktioniert folgendermaßen: Zuerst heften sich Eiweißmolekühle - sogenannte Chaperone - an die defekten, zu entsorgenden Proteine. Anschließend befördern sie sie zu Säckchen mit Verdauungsenzymen - den Lysosomen. Im Inneren dieser Säckchen werden die geschädigten Proteine zersetzt und ihre Bausteine recycelt.

Im Alter nimmt jedoch die Anzahl der Lysosomen, an denen die Chaperone andocken können, deutlich ab. "Bild der Wissenschaft" vergleicht das mit einer Mülldeponie, bei der nach und nach die Zufahrtsstraßen für Lkws dichtgemacht werden
Versuch an Mäusen
Studienleiterin Ana Maria Cuervo und ihre Kollegen untersuchten nun, was passiert, wenn die "Zufahrtsstraßen" wieder freigegeben werden. Sie veränderten Mäuse gentechnisch so, dass sie die Anzahl der Lysosomenrezeptoren in der Leber durch die Zugabe eines Wirkstoffs beeinflussen konnten.

Als sie die Tiere mit unveränderten Artgenossen verglichen, war das Ergebnis eindeutig: Bei den Mäusen, bei denen die Rezeptorproduktion über das ganze Leben konstant gehalten wurde, funktionierte die Leber auch in hohem Alter genauso gut wie bei ganz jungen Tieren.
Auch andere Kontrollsysteme verbesserten sich
Der Effekt sei wahrscheinlich nicht nur auf das eine veränderte Molekül zurückzuführen, meinen die Forscher. Sie glauben, dass durch das Aufräumen in der Zelle auch andere Entsorgungs- und Qualitätskontrollsysteme wieder anlaufen und bessere Arbeit leisten.

Als nächstes wollen sie testen, ob eine verbesserte "Müllabfuhr" auch Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson lindern kann, bei denen sich überdurchschnittlich viele unverdaute Proteine in und um die Zellen ansammeln.

[science.ORF.at, 11.8.08]
->   Bild der Wissenschaft
->   Albert Einstein College of Medicine
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01.01.2010