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ORF ON Science :  News :  Umwelt und Klima 
 
"Grünste Stadt der Welt" entsteht in der Wüste  
  Keine Autos, kein Müll, kein Kohlendioxid: Im Emirat Abu Dhabi wird derzeit an der Ökometropole Masdar City gebaut. Der Ölkonzern Shell beteiligte sich an der Planung und Konzeption, um neue Geschäftsfelder zu gewinnen.  
Die Scheichs von Abu Dhabi wollen insgesamt 22 Milliarden Dollar in eine Initiative investieren, die das Know-how im Bereich erneuerbarer Energien in den Vereinigten Arabischen Emiraten konzentrieren soll.

Ein Teil dieses Projekts ist der Bau von Masdar City. Auf sechs Quadratkilometern entsteht Wohnraum für rund 50.000 Menschen.
Autofreie Zone in mittelalterlichem Ambiente
 
http://www.masdaruae.com

Die "grünste Stadt der Welt" soll komplett unabhängig von Erdöl sein: Strom liefern Solarzellen und Windräder. Bei Müllverwertung und Wasserverbrauch ist Sparen oberstes Gebot.

Alles wird gereinigt, recycelt und wieder verwertet. Autos sind in Masdar City verboten. Die Öko-Metropole ist so geplant, dass die Bewohner alle Wege zu Fuß oder mit dem Rad erledigen können. Zusätzlich steht eine elektrisch betriebene Schnellbahn zur Verfügung.

Um den Energieverbrauch durch Klimaanlagen zu reduzieren, griffen die Architekten bei der Planung auf die baulichen Prinzipien von mittelalterlichen arabischen Städten zurück: Flache Häuser und enge Gassen sollen für niedrigere Temperaturen sorgen. Zusätzlich bringen Pumpen die Kühle aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche.
Ölkonzerne orientieren sich neu
 
Bild: http://www.masdaruae.com

Warum sich auch Ölkonzerne an dem neuen Stadtkonzept beteiligen, erklärte der Chefstratege von Shell, Karl Rose, bei den Alpbacher Technologiegesprächen: "Wir müssen uns mit mehreren harten Wahrheiten auseinandersetzen: Die ständig wachsende Energienachfrage übersteigt die Ölvorräte bei weitem. Wir brauchen keine Raffinerien mehr zu bauen, der Zenit ist überschritten."

Laut Rose sei eine Umorientierung nötig. Shell habe sich deshalb in einer neuen Firmensparte auf Solarzellen spezialisiert. "Am kostengünstigsten ist es, Kohlendioxid in der Atmosphäre mit Hilfe von optimaler Energienutzung zu verringern. Neue Gebäudestandards und finanzielle Anreize für eine Umrüstung auf Solarenergie können einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten."
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Technologiegespräche Alpbach
Bei den Technologiegesprächen des Forums Alpbach vergangene Woche lautete ein Arbeitskreis "Energieeffizienz - Chancen erkennen, Potenziale nutzen". In seinem Rahmen wurde Masdar City präsentiert.
->   Technologiegespräche
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Ziel: Energie sparen bei gleichem Komfort
Masdar City sei für ihn eine Art Vorzeigeprojekt: "Man darf nicht vergessen, dass die Emirate zur Zeit mehr oder weniger vom Öl abhängig sind. Aber die Scheichs wissen, dass sie umdenken müssen. Sie haben das Geld für die neuesten Technologien und können so zum Vorreiter in Sachen erneuerbare Energie werden."

In Zukunft sollen weitere Städte nach nachhaltigen Gesichtspunkten geplant werden. "Der Einsatz von sauberen Energien ist möglich, ohne dass die Bewohner ihren Lebensstandard herunterschrauben müssen", betonte Rose.

Nina Wolf, Ö1 Wissenschaft, 25.8.08
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Radio-Hinweis
Den Alpbacher Technologiegesprächen widmen sich auch die Ö1-Dimensionen, am Montag, 25. August 2008, 19.05 Uhr, Radio Österreich 1.
->   oe1.ORF.at
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->   Masdar City
->   Shell
->   Masdar City Video (Youtube)
Mehr von den Technologiegesprächen in Alpbach 2008:
->   Frauenquoten: Erfolgreiches Gesetz in Norwegen
->   Die Struktur hinter dem Wissenschaftsbetrug
->   Peter Markowich: Ein Österreicher in Arabien
->   Hahn weist "Nature"-Kritik zurück
 
 
 
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01.01.2010