Hans Michael Maitzen
Institut für Astronomie, Universität Wien
 
ORF ON Science :  Hans Michael Maitzen :  Kosmos 
 
Europa sieht das Weltall am schärfsten!  
  Vor kurzem gelang es erstmals, das Licht von zwei der vier Riesenteleskope der Europäischen Südsternwarte ESO synchron zu kombinieren. Mit dieser "Interferometrie" genannten Technik ist es möglich, Details auf der Oberfläche von Sternen oder im Zentrum von Galaxien zu erkennen!  
Technologische Spitzenleistung Europas
Die Teleskope "Antu" und "Melipal" (bedeuten "Sonne" bzw. "Kreuz des Südens" in der Sprache der Ureinwohner
Chiles) hätten so noch ein Auto auf dem Mond ausmachen können.

Die Beobachtungen stellten einen technologischen Meilenstein dar, mussten doch 25 verschiedene Spiegel, die größten davon mit einem Durchmesser von 8 Metern, über Entfernungen von bis zu 100 Metern auf besser als ein tausendstel Millimeter ausgerichtet werden!
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Interferometrie
Die Lichtwellen, die von 2 (oder mehr) Teleskopen registriert werden, werden "in Phase" überlagert, d.h. Unterschiede im Lichtweg zwischen den Teleskopen werden durch geeignete optische Elemente ausgeglichen. Anstatt eines Bildes ergibt sich ein Muster von hellen und dunklen Streifen (das sog. Interferenzmuster). Aus dem Kontrast zwischen den hellen und dunklen Gebieten lassen sich die Größe und Oberflächenstruktur des beobachteten Objektes rekonstruieren.
->   Pressemeldung von ESO
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Österreicher kämpfen um Beitritt
ESO, eine Kooperation neun europäischer Länder, betreibt in den chilenischen Anden das größte Observatorium der Welt.

Der nun erzielte technologische Durchbruch bestätigt die Spitzenposition dieser europäischen Forschungsinstitution und wird wesentliche neue Erkenntnisse über die Schwingungen von Sternen, ihre Durchmesser und Unregelmäßigkeiten auf ihren
Oberflächen bringen.

In diesen Forschungsbereichen sind auch österreichische Astronomen maßgeblich tätig. Daher werden derzeit verstärkte Bemühungen unternommen, um einen Beitritt Österreichs zu ESO zu erreichen.

Österreich und ESO

Die präzise Vermessung der Sterne und ihrer Oberflächen ist ein zentraler Schritt für die Größenabschätzung des Universums, bei der Suche nach Planeten außerhalb des Sonnensystems und bei der Klärung des Ursprunges von kosmischen Grundbausteinen des Lebens.
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Die Europäische Südsternwarte - ESO
Das European Southern Observatory (ESO) ist DIE astronomische Forschungsorganisation in Europa(Mitgliedsländer: B, DK, D, F, I, NL, P, S, CH; UK mit Beobachterstatus) und gleichrangig zu ESA, CERN und EMBL. ESO besteht seit 1962 und betreibt in Chile das größte Observatorium der Welt: Paranal (Very Large Telescope bestehend aus vier 8.2m Teleskopen und weiteren Teleskopprojekten) und La Silla (insgesamt 14 optische Teleskope mit Spiegeldurchmessern bis 3,6m und einem Radioteleskop). Die Organisation umfasst 400 Mitarbeiter und hat ein jährliches Budget von 95 M Euro wovon 44 M Euro jährlich an Industrieaufträgen vergeben werden.
->   European Southern Observatory
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Lichtweg im VLT Interferometer
 


Hans Michael Maitzen in science.orf.at:
->   Geburtsort des schnellsten Sterns gefunden
 
 
 
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