Hans Michael Maitzen
Institut für Astronomie, Universität Wien
 
ORF ON Science :  Hans Michael Maitzen :  Kosmos 
 
Europas 'Very Large Telescope' - besser als Hubble
Modernste Technologie kompensiert störende Luftunruhe
 
  Die Europäische Südsternwarte ESO meldet einen weiteren technologischen Durchbruch. Erstmals kam an einem der Riesenteleskope des Very Large Telescope (VLT) "adaptive Optik" zum Einsatz. Mit dieser Technik wird die Luftunruhe in der Erdatmosphäre ausgeglichen. Somit können Bilder von einer Qualität erzielt werden, wie dies sonst nur im Weltraum möglich ist.  

Sternwarte
Das VLT ist aber etwa drei mal größer als das Hubble Weltraumteleskop und liefert daher nun auch schärfere
Bilder als Hubble.

Die adaptive Optik liefert Grundlagen für Entwicklungen im Bereich der Augenheilkunde oder der Telekommunikation mittels Laser.
->   Pressemeldung von ESO
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Adaptive Optik
Die Lichtwellen werden durch Turbulenzen in der Erdatmosphäre "verbogen", was zu einer dramatischen Verschlechterung der Bildqualität führt. Spezielle optische Elemente tasten die Wellenfront ab und analysieren die Verbiegungen. Diese werden in Stellsignale für einen verformbaren Spiegel umgewandelt. Um die Verbiegungen der Lichtwellen ausgleichen zu können, muss der Spiegel bis zu hundert mal pro Sekunde an mehr als hundert verschiedenen Stellen verformt werden.
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Spitzentechnologie made in Europe
Vergleich VLT (Infrarot) - HST (Rotes Licht)
ESO, eine Kooperation neun europäischer Länder, betreibt in den chilenischen Anden das größte Observatorium der Welt und zählt zu den Pionieren auf dem Gebiet der adaptiven Optik.

Die Generaldirektorin von ESO, Catherine Cesarsky, meint zu dem erzielten Erfolg: "Ich bin stolz auf diese beeindruckende Leistung. Sie zeigt das wahre Potential europäischer Forschung und Technologie und sie demonstriert die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit."

Im Sinne einer Integration Österreichs in den europäischen Forschungsraum, werden derzeit verstärkte Bemühungen unternommen, um einen Beitritt Österreichs zu ESO zu erreichen.
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ESO
Das European Southern Observatory (ESO) ist die führende astronomische Forschungsorganisation in Europa (Mitgliedsländer: B, DK, D, F, I, NL, P, S, CH; UK mit Beobachterstatus) und gleichrangig zu ESA, CERN und EMBL. ESO besteht seit 1962 und betreibt in Chile das größte Observatorium der Welt: Paranal (Very Large Telescope bestehend aus vier 8.2m Teleskopen und weiteren Teleskopprojekten) und La Silla (insgesamt 14 optische Teleskope mit Spiegeldurchmessern bis 3,6m und einem Radioteleskop). Die Organisation umfasst 400 Mitarbeiter und hat ein jährliches Budget von 95 M Euro wovon 44 M Euro jährlich an Industrieaufträgen vergeben werden.
->   ESO & Österreich
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